Ausgabe Herbst/Winter 2026Versand innerhalb Österreichs

Die Gewürznelke – ein Porträt

Von den Molukken nach Wien: Geschichte, Chemie und Küche einer kleinen Blütenknospe.

Illustration: Schalen mit gemahlenen Gewürzen
Illustration

Die Gewürznelke ist die getrocknete, noch geschlossene Blütenknospe des Gewürznelkenbaums (Syzygium aromaticum). Ihr Name kommt vom „Nagel“ – „Nägelein“, später „Nelke“ –, dem sie in der Form ähnelt. Mit der Gartennelke ist sie nicht verwandt.

Ein Gewürz mit Weltgeschichte

Ursprünglich wuchs der Nelkenbaum nur auf wenigen Inseln der Molukken im heutigen Indonesien. Über Jahrhunderte war die Nelke eines der kostbarsten Handelsgüter der Welt; um ihren Handel wurden Kriege geführt. Heute wird sie in vielen tropischen Ländern angebaut.

Was das Aroma ausmacht

Gewürznelken enthalten ungewöhnlich viel ätherisches Öl. Dessen Hauptbestandteil ist Eugenol, das für den warm-scharfen, leicht betäubenden Geschmack verantwortlich ist. Eugenol findet man in kleineren Mengen auch in Zimt und Basilikum.

Eine einfache Qualitätsprobe aus der Küche: Eine gute, ölige Nelke sinkt im Wasser oder schwimmt senkrecht mit dem Köpfchen nach oben. Alte, ausgetrocknete Nelken treiben waagrecht an der Oberfläche.

In der Wiener Küche

  • Gespickte Zwiebel für Rindsuppe und Beuschel
  • Rotkraut mit Apfel und Nelke
  • Glühwein und Punsch
  • Lebkuchen, Vanillekipferl-Varianten und Früchtebrot

Nelke in der Kapsel

In der Kapsel wird die Knospe vermahlen. 400 mg Nelkenpulver – die Tagesportion unserer No. 1 – entsprechen etwa fünf bis sechs ganzen Nelken. Wegen des Eugenols raten wir, die Einnahme bei gerinnungshemmenden Arzneimitteln vorher ärztlich abzuklären. Gesundheitsbezogene Angaben zur Nelke sind in der EU nicht zugelassen; wir beschreiben sie deshalb als das, was sie ist: ein Gewürz.

Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Stand: November 2026.

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